Sandras Grab

15. November 2009

Für all die lieben Menschen, die daran beteiligt waren!

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Wir alle danken euch dafür. Einen schöneren Grabstein habe ich noch nie gesehen! Und auch keinen bunteren!!!

Liebsten Dank auch noch einmal an Kathrin fürs Kümmern, Organisieren, Herbringen und alles andere.

Schön, dass wir Rohal/Sandra kennen lernen durften!

DANKE

08. Oktober 2009

Wir möchten uns auf diesem Weg bei allen bedanken, die in der schweren Zeit von Sandras Krankheit und Tod in Gedanken bei Sandra und uns waren.

Ihr seid durch Eure zahlreichen Einträge auf Sandras Homepage, persönlichen Schreiben, Anrufe und Spenden eine große Hilfe für uns.

Bei Katrin von Tauschticket möchten wir uns bedanken, dass es durch ihren Aufruf  ermöglicht wurde einen Grabstein für Sandra aufzustellen. 

Für uns ist es ein großer Trost, zu wissen, dass Sandra bei so vielen Menschen in guter Erinnerung bleibt, und dass durch Sandras Organspende vier Menschen ein neues Leben ermöglicht wird.

Es ist schwer, einen lieben Menschen zu verlieren, aber es ist tröstlich zu wissen, wie viele sie mochten und schätzten.

 Andrea ist in dieser schweren Zeit eine große Hilfe und Trost. 

Danke

Sandras Familie und Georg

Schreiben der Deutschen Stiftung Organtransplantation

20. September 2009

In Absprache mit Sandras Familie und Georg poste ich das Schreiben der DSO:

Sehr geehrter Herr Schwabe,

obwohl wir uns nicht kennengelernt haben, treten wir dennoch in der sehr persönlichen Angelegenheit des Todes Ihrer Tochter an Sie heran

Im Falle eines Hirntodes ist es Aufgabe des Krankenhauses, sich mit uns in Verbindung zu setzen, da wir gesetzlich dazu beauftragt sind, den Prozess der Organentnahme und Organvermittlung zu koordinieren. Uns wurde von den behandlenden Ärzten im Helios Klinikum Krefeld mitgeteilt, dass Sie damit einverstanden sind, von der Verwendung der entnommenen Organe in Kenntnis gesetzt zu werden.

Wir wenden uns heute mit diesem Brief an Sie, um Ihnen über die Operation und die erfolgreiche Organübertragung zu berichten. Wir hoffen, dass unser Brief Ihnen Trost und eine Bestätigung der Entscheidung im Sinne Ihrer verstorbenen Tochter sind.

Aufgrund der erhobenen Untersuchungsbefunde kamen das Herz, die Nieren und die Leber für eine Transplantation in Betracht.

Daher erfolgte schließlich die Operation zur Entnahme dieser Organe, die selbstverständlich nach den Regeln der ärztlichen Kund und mit aller gebotenen Sorgfalt und Würde durchgeführt wurde.

Das Herz konnte einem 16jährigen Patienten mit restrickiver Kardiomyopathie, einer Erkrankung des Herzmuskels, transplantiert werden, der seit Mai 2009 gelistet war. Bei gutem Verlauf befindet sich der Patient noch in stationärer Behandlung

Die linke Niere wurde einem 50jährigen Patienten transplantiert, der in Folge einer chronischen Entzündung des Nierengewebes seit April 2004 dialysepflichtig war. Dem Patienten geht es bei stetig besseren Laborwerten gut, er benötigt keine Dialyse mehr.

Die rechte Niere konnte einem 49jährigen Patienten mit enzündlicher Schädigung des Nierengewebes transplantiert werden. Dieser wartete seit fast 7 Jahren auf eine Spenderniere. Der Patient befindet sich nach der Transplantation in guter Verfassung, die Niere funktioniert sehr gut.

Die Leber erhielt ein 53jähriger Patient, der bereits im März 2009 vortransplantiert war. Dem Patienten geht es ebenfalls gut, die Leber funktioniert einwandfrei und der Patient konnte wenige Tage nach der Transplantation die Intensivstation verlassen.

Noch einmal möchten wir Ihnen – im Andenken an ihre Tochter – ganz herzlich danken und unser Beileid aussprechen.

Für Ihre Entscheidung, kranken Menschen zu helfen, gerade in dieser für Sie sehr schmerzhaften Situation, verdienen Sie unsere Hochachtung (Anmerkung von Andrea: Sandra war Organspenderin, das war natürlich ihre eigene Entscheidung.)

Mit dieser Entscheidung für eine Organspende konnte anderen Menschen ein ganz besonderes Geschenk gemacht werden. Ihre Tochter bleibt damit diesen Menschen, auch wenn sie sie nicht persönlich kannten, sicher ein Leben lang als besonderer Mensch in Erinnerung.
Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie zukünftig alles Gute.

Wenn Sie weiterin Kontakt wünschen, für Gespräche oder Rückfragen, sind wir sehr gerne für Sie da.

Mit freundlichen Grüßen

Deutesche Stiftung Organtransplantation

Trauerrede für Sandra

05. September 2009

Ich bin gestern gebeten worden, die Trauerrede, die ich für Sandra gehalten habe, hier zu posten. Das hätte ich sowieso getan.

Ich mag nicht von Verlust sprechen.

Ich möchte euch gerne von Sandra erzählen. Von der Sandra, wie ich sie kannte und von der Sandra, wie ihr sie kanntet. Ich möchte lieber mit euch lachen, als mit euch zu weinen, weil ich weiß, dass sie das auch gewollt hätte.

Ich hätte heute gerne viele Dinge mitgebracht.
Dinge, die für mich zu Sandras Leben gehörten, die mit ihr untrennbar verknüpft waren.

Ich hätte ein Buch mitgebracht.
Christine hat mir erzählt, dass es ein Kinderbuch gab, das von einem Elefanten handelt, das sie ihren Töchtern abends immer vorgelesen hat. Und am Ende der ersten Klasse ist Sandra zu ihr gekommen und hat ihr gesagt, sie würde es gerne noch einmal vorgelesen bekommen. Christine hat ihr gesagt, sie solle es doch selbst lesen. Und Sandra meinte, das würde aber doch so lange dauern, weil es so ein dickes Buch war. Das sei doch egal, hat Christine geantwortet, und wenn sie jeden Abend nur eine Seite läse. Und Sandra hat es gelesen. Und danach nie wieder aufgehört damit. Mir hat sie erzählt, wie stolz sie gewesen war, weil sie so ein dickes Buch ganz alleine gelesen hatte.
Ich kenne wenige Menschen, die Bücher so sehr lieben, wie Sandra sie geliebt hat.
Ohne ein Buch in der Tasche hat sie das Haus eigentlich nie verlassen, und wenn, dann nur, um einkaufen zu gehen. Und sie konnte sich, genauso wenig wie ich, vorstellen, jemals ein Leben ohne die wunderbaren Abenteuer und Geschichten zu führen, die zwischen  Buchdeckeln verborgen sind. Wann immer man zu ihr kam, ein Buch lag immer irgendwo in Griffweite, oder auch mehrere.

Ich hätte euch gerne ihr Strickzeug mitgebracht. Also, ein Strickzeug ist falsch, eins ihrer Strickzeuge. Sandra ohne ihre Strickzeug ist eigentlich genauso undenkbar, wie Sandra ohne Buch. Und genauso war auch immer eines in ihrer Tasche zu finden. Selbst oft genug beim Einkaufen. Wann immer wir zusammen saßen, unser Strickzeug war immer dabei. Sie ist schuld daran, dass ich wieder angefangen habe zu stricken, damit ist sie mit schuld daran, dass ich ein Strickgeschäft hatte. Und damit ist sie mit schuld daran, dass sich die Stricktussis zusammen gefunden haben, es war nämlich ihre Idee, sich  – damals noch montags – zum Stricken im Laden zu treffen.
Damit hat sie unglaubliche Freundschaften gestiftet. Für sich wie für uns alle.

Ich hätte gern ihr Nudelholz mitgebracht, oder ihre heißgeliebte Digitalwaage, oder Mehl, Zucker und Eier, ein Backbuch….
Sie war unsere Bäckerin, sie hat es geliebt zu backen, kochen war nicht ihr Ding! Wirklich nicht. Aber backen ja!
Sie war diejenige, die uns mit Kuchen, Muffins und nicht zuletzt Brownies versorgt hat. Gerade Brownies waren in letzter Zeit ihr Lieblingsgebäck. So sehr Lieblings-, dass fast allen die Dinger schon zu den Ohren wieder rauskamen. Heidelbeermuffins, Schokomuffins, Schokokuchen in allen Varianten… Marmorkuchen für Georg, Nusskuchen ohne Mehl für mich… Und nicht zuletzt die Prinzregententorte für Christine zum 50. Geburtstag, auf die ich bis heute neidisch bin…

Ich hätte euch gerne Kerzen mitgebracht. Wann immer man zu Sandra kam, wenn nicht gerade 30 Grad im Schatten herrschten, dann brannte mindestens eine Kerze.

Ich hätte gerne Briefumschläge mitgebracht und ein Päckchen. Denn sie hat es geliebt, Bücher zu tauschen und bei verschiedenen Wichtelaktionen mitzumachen.

Und einen Computer oder das Laptop. Denn ohne Computer ist Sandra für mich genauso undenkbar, wie ohne Bücher, Strickzeug…
Ihre Freunde von Tauschticket haben mir erzählt, dass sie jeden Tag mal eben durch die Foren „geflogen“ ist, im Zweifel auch mehrmals am Tag, und mit den Worten „nurmalsodurchhusch“ die Threads wieder hochgeholt hat. Und auch dort hat sie viele Menschen berührt, hat ihren „bei der Geburt getrennten, siamesischen Zwilling Sandra gefunden, die sie, soweit ich weiß, leider nie persönlich getroffen hat.
Wie viele kann jeder in ihrem Blog nachlesen. Die meisten Kommentare stammen von Freunden von Tauschticket.
Und fast alle haben einen sehr ähnlichen Wortlaut: Leider habe ich Sandra nie persönlich getroffen, aber ich habe sie als lieben, warmherzigen, lustigen und großzügigen Menschen kennen gelernt….

Ich hätte gerne ihre Lieblingstasse mit dem rosa Einhorn mitgebracht, ihren Karamellcapuccino und den ohne Geschmack. Den Zucker hätte ich ja schon dabei gehabt. Sandra mochte Kaffee nicht wirklich, aber Karamellcapuccino mit viel Zucker fand sie toll.

Es gibt auch viele Dinge, die hätte ich euch nicht mitbringen können.

Ihre Neugierde, ihre Wissbegier, dafür gibt es kein Symbol. Sie wollte immer alles, was sie interessierte, genau wissen. Versteht mich nicht falsch. Ich konnte ihr erzählen:“ Ich habe gestern Dein Weihnachtsgeschenk gekauft!“ Dann hat sie mich angestrahlt und mit den Schultern gezuckt. Aber die Wichtelaktionen waren Folter für sie. Dieses geheimnisvolle Paket zu Hause stehen zu haben. Schon Tage bevor sie es öffnen durfte… Sie hat die Pakete immer wieder hochgenommen, vorsichtig geschüttelt, gehört, versucht zu schätzen wie schwer sie waren… Sie wäre nie auf die Idee gekommen, eines davon vor dem vereinbarten Termin zu öffnen. Süße Folter war es für sie allemal

Ihre Vorsicht und die Tatsache, dass sie nicht in der Lage war Entfernungen abzuschätzen, überhaupt kein räumliches Vorstellungsvermögen hatte. Egal, welche Straße wir überquert haben, wenn es keine Ampel gab, hätte es Stunden gedauert, nämlich so lange, bis kein Auto weit und breit in Sicht gewesen wäre, wenn ich nicht dabei gewesen wäre.
Christine hat mir erzählt, dass das schon früher so war. Alle Kinder rasten den abschüssigen Zugang zum Wendehammer runter, Sandra auf ihrem Trecker hinterher. Und sie war die einzige, die an der Straße angehalten hat, links und rechts guckte und dann erst weiter fuhr.

Ich hätte euch nichts mitbringen können, was damit zu tun gehabt hätte, dass sie die unsinnigsten Dinge behalten hat. Sie meinte immer, je unsinniger die Information, desto leichter könnte sie sie sich merken. Sie hätte uns allen erklären können, wie warm es in der Hölle ist und wie kalt es dort werden muss, damit sie gefriert. Ich weiß das, weil wir diese Information gemeinsam gesammelt haben. Bloß hab ich sie schon wieder vergessen….

Was hätte ich euch noch nicht mitbringen können?
Ihr Lachen. Das war ansteckend, herzlich, lustig, irgendwie anders…

Die Tatsache, dass sie immer überall die Lampen und Geräte ausgeschaltet hat, lässt sich auch schwierig mitbringen. Sie hat uns alle zu religiösen Stromsparern erzogen. Und hat uns immer wieder unter die Nase gerieben, dass wir in die Stromsparhölle kämen… Und was für eine diebische Freude hat es uns bereitet, wenn wir sie mal dabei ertappt haben, dass sie vergessen hatte, das Licht auszumachen…

Ich weiss, es gehört sich nicht, über die Toten etwas Negatives zu sagen. Aber es hat Sandra nie interessiert, was sich gehört und was nicht…
Alle, die Sandra kennen, wissen, dass sie auch über sich selbst gesagt hat, dass sie eine Erzschlampe ist, was ihren Haushalt angeht. Eine Wollmaus hätte ich euch sicherlich mitbringen können, aber nicht wollen.

Und trotzdem hatte sie die am ordentlichsten gefalteten Leinentaschen, die ich jemals gesehen habe. Ok, gebügelt waren sie nicht, weil Sandra Bügeln immer gehasst hat. Und wenn sie etwas bügeln musste, hat sie sich so dämlich angestellt, dass ich  Angst um mein Bügeleisen hatte und es  ihr normalerweise nach ca. einer Minute aus der Hand genommen habe.

Sie hat immer gesagt, sie hätte geheime Superkräfte.
Das muss ich erklären. Eine geheime Superkraft ist eine vollkommen unsinnige Eigenschaft, die eigentlich negativ ist.
Sandras – und auch meine – geheime Superkräfte:
Zum einen die Tatsache, dass wir beide durch einmaliges Benutzen einen Sicherheitsgurt im Auto bis zur Unkenntlichkeit verdrehen können. So sehr, dass man ihn losschrauben muss, damit man ihn wieder entdreht bekommt.
Zum anderen, dass wir beide nur einen Raum betreten müssen, damit er sich innerhalb von Sekunden in ein Chaos verwandelt, wohlgemerkt einen Raum, der uns gehört, immerhin, man soll sich an den kleinen Dingen im Leben freuen.

Apropos Erfreuen an kleinen Dingen…

Ich habe euch Worte mitgebracht. Und Worte und Sprache waren eine von Sandras großen Leidenschaften – neben Schichtnougat, Schokolade, gelatinefreien Gummibärchen, Wolle und Büchern…
Sie konnte sich freuen wie ein kleines Kind über eine neue Redewendung, ein besonders schönes altes Wort, ein besonders bescheuertes neues, über die unsinnige Stärkung eines Verbs, über die Erklärung, woher und aus welchem Zusammenhang eine Redewendung stammt.
Sie ist, außer meinem Papi, der einzige Mensch, den ich kenne, der alle Kommaregeln aus dem Eff-Eff anwenden kann. Und diese Liebe zur Sprache, aber auch zu Zahlen, zu kniffligen Zahlenrätseln, hat sie zur besten Lehrerin gemacht, die ich kenne. Ihre Nachhilfeschüler haben immer freiwillig und gerne für sie gelernt.

Was habe ich bisher vergessen?
Ja, sie war mutig. Nicht immer. Überhaupt nicht, wenn es um Spinnen ging. Aber dafür hatte sie ja Georg und mich. Wir waren ihre Spinnenentferner. Aber wenn es um die ging, die sie liebte. Ich erinnere mich, dass mein damaliger Freund mir sehr weh getan hat. Und sie stand vor mir und sagte mir: „Am liebsten würde ich zu dem…… Kerl hingehen und ihn unangespitzt in den Boden rammen!!!“ Und das lustige war, ich hatte sofort das Bild vor Augen, wie die 1,68 m große Sandra den 1,88 großen Freund mit seinen knapp 100 kg in den Boden stampft. Und sie hätte das getan!!!

Sie hat eigentlich immer versucht gute Laune zu verbreiten. Und die Kassiererinnen bei Aldi, Lidl, dem EKZ und bei unserem Tabakgeschäft hatten meistens einen Heidenspass an uns.

Sie fand Röhrenjeans toll und hat sich riesig gefreut, dass die jetzt wieder in Mode waren.

Sie hat nur Haarwaschmittel ohne Silikon benutzt.

Sie hat immer an andere gedacht und ist mit offenen Augen und Ohren durch die Welt gegangen. Wie oft bin ich nach Hause gekommen und sie hatte mir ein Buch ertauscht. Das letzte lag einfach so auf meinem Esszimmertisch mit einem pinken Post it, auf dem stand: Lies mich!!!

Sie wäre am 23. Oktober 13 Jahre mit Georg zusammen gewesen. Das ist länger, als so manche Ehe hält.

Sie war unglaublich großzügig, denn vor 13 Jahren hatte sie das letzte Wort darüber, ob ich wieder auf der Kornstraße einziehen durfte. Ich verdanke ihr also mein zu Hause.

Sie war für mich 15 Jahre lang die sanfte Konstante in meinem Leben, der Mensch, zu dem mich nach der Arbeit mein erster Weg geführt hat, der mir sofort die Frage stellte: Kaffee? Und dem ich von meinem Tag mit allen lustigen und blöden und ärgerlichen Dingen erzählt habe.

Sandra hinterlässt eine so schrecklich große Lücke!
Bei uns allen.

Ihre Familie und Georg haben ein Zitat aus dem kleinen Prinzen von Antoine de St. Exupery in der Zeitung gefunden, das genau zutrifft.

Es wird aussehen, als wäre ich tot. Und das wird nicht wahr sein…
Und wenn du dich getröstet hast, wird du froh sein, mich gekannt zu haben.
Du wirst immer mein Freund sein. Du wirst Lust haben, mit mir zu lachen.
Und du wirst manchmal dein Fenster öffnen, gerade so zum Vergnügen…
Und deine Freunde werden sehr erstaunt sein, wenn sie sehen, dass du den Himmel anblickst und lachst.

Bestimmt habe ich vieles vergessen. Bestimmt kann jeder hier noch eine Geschichte erzählen und von etwas berichten, was ich vergessen habe oder einfach nicht wusste.
Und ich würde mich sehr freuen, wenn ich all diese Geschichten nachher, beim Kaffee zu hören bekäme.

Sandra hat sich mit Georg einen Tag, bevor sie ins Koma fiel noch über den Tod unterhalten und ihm gesagt: „Kaktusbär, die Beerdigung und der Kaffee danach, die sind nicht für denjenigen, der gestorben ist, sondern für die anderen. Und man trauert nicht um den Toten, sondern um den eigenen Verlust.“

Also, ich freue mich darauf, von eurer Sandra zu hören und weiss, dass nachher nicht mehr viele Tränen fließen werden, sondern gelacht werden wird. Und das ist gut so und ich hoffe, ihr wisst alle, dass Sandra es sich so und nicht anders gewünscht hätte.

Und auch von euch allen würden wir uns freuen, hier, in ihrem Blog, eure Geschichten von ihr zu lesen.

Hausnummer

02. September 2009

Die Hausnummer ist

Nauenweg 31

Beerdigung

01. September 2009

So, nun habe ich die genaue Adresse für alle, die von ausserhalb kommen:

Am Behringshof

heisst die Straße.

Und der anschließende Beerdigungskaffee wird auf dem

Nauenweg 37 (?)

stattfinden. Ich hoffe, ich habe die Hausnummer richtig im Kopf. Falls dem nicht so ist, werde ich euch rechtzeitig bescheid geben.

Beerdigung

27. August 2009

Ihr Lieben,

die Beerdigung ist am 04.09.09 um 11 Uhr auf dem Krefelder Hauptfriedhof.

Solltet ihr kommen wollen, schreibt mir bitte eine kurze Mail an Calaidos at gmx dot de, damit wir euch für hinterher einplanen können.

Liebsten Dank für eure Kommentare. Sandras Familie hat sie gestern zum ersten Mal gelesen und dankt durch mich schon einmal.

ohne Worte

24. August 2009

Ihr Lieben,

mir ist wohl selten eine Nachricht so schwer gefallen wie diese.

Sandra hatte diese Nacht schwere Hirnkrämpfe und in Folge dessen einen Hirninfarkt. Die Narkose ist abgestellt und morgen früh werden die Ärzte den Hirntod feststellen.

Unsere Sandra ist nicht mehr.

Für alles weitere fehlen mir die Worte, es tut mir leid!

Ich danke euch allen für die lieben Worte und die positiven Gedanken, die in den letzten Tagen hier eingetroffen sind. Die haben uns allen sehr geholfen.

Eure Andrea

Hier Andrea

23. August 2009

Ihr Lieben,

hier schreibt Andrea, Sandras beste Freundin.

Ich weiss nicht, wie ich es euch schonend beibringen so:

Sandra hatte am Mittwoch eine Hirnblutung, die vermutlich auf ein Aneurysma zurück zu führen ist.

Sie liegt im Koma.

Seit Mittwoch hat es noch keine Veränderungen gegeben, ausser dass die Ärzte sie bis gestern tief narkotisiert hatten, die Narkose gestern aber ausgesetzt haben. Allein diese Tatsachen sind positiv, denn man hat uns gesagt, dass 50 % der Menschen gar nicht erst ins Krankenhaus kommen.

Es tut mir leid, dass ich erst jetzt hier schreibe, aber vorher hatte ich ihr Passwort einfach nicht.

Bitte schliesst sie in eure Gedanken, Gebete, in was auch immer ein. Sie hat so viel Kraft und Lebenswillen bewiesen so weit zu kommen. Ich weiss, sie schafft es weiter und sie schafft es auch, wieder so gesund wie möglich zu werden.

Estonian Cast On

11. August 2009

Erstaunlich, was man alles per Zufall rausfindet. ;)

Ich habe den Newsletter von Interweave Knits abonniert, weil da manchmal links zu kostenlosen Anleitungen enthalten sind. Gerade habe ich den Link geöffnet der zum Bericht über  Sock Summit führt, weil dort ein Video von Nancy Bush enthalten ist, in dem sie den “Estonian Cast On” (Estnischer Maschenanschlag wäre meine Übersetzung) vorführt.

Was soll ich sagen? Genau so schlage ich seit Jahren meine Socken an. Und auch meine anderen Strickteile. Gelernt habe ich diese Art des Maschenanschlags aus einer Sabrina (wenn ich mich richtig erinnere), wo er als Kreuzanschlag beschrieben war. (So ganz ohne Bilder. Beim Stricken habe ich damit nämlich keine Probleme – ich probiere einfach aus.)

Ich muss Nancy Bush zustimmen: ziemlich dehnbar, ohne schlabberig zu wirken, selbst wenn man den unteren Faden extrem locker lässt. Aber: Wenn es nicht drücken darf (auf gar keinen Fall, z. B. für meinen Vater, der Diabetiker ist), schlage ich die doppelte Menge Maschen an und stricke gleich in der ersten Runde immer zwei Maschen im Bündchenmuster zusammen.


It’s amazing what you happen to find out on the internet. ;)

I subscribed to Interweave Knits “Kintting Daily” newsletter because of the links to free patterns. I Just opened the link to the article about Sock Summit to watch the video of Nancy Bush demonstrating the Estonian Cast On.

And guess what? This is exactly the cast on I’ve been using for years, both for socks and other knitting projects. I learned it from a German knitting magazine called Sabrina. (No pictures at all there. I can do that without pictures in knitting – I just give it a try.)

I have to agree with Nancy Bush: really stretchy without looking sloppy, even if you leave the lower end loser than she does. But: If it must not be tight by any means (socks for my father, for example, who is diabetic), I cast on twice the ammount of stitches I would normally and knit two stitches together in the pattern I use for the cuff around in the first round.