Todeskampf

“Todeskampf” von Michael Robotham ist die Fortsetzung von “Adrenalin” und “Amnesie”. Während ersteres noch sehr spannend war, ist das zweite nicht so ganz mein Fall gewesen – wahrscheinlich wegen der unchronologischen Schilderung (die ja schon im Titel anklingt – die Erinnerungen kehren eben bruchstückhaft zurück). Es war aber immer noch ein guter Thriller.

Zum Inhalt:

Alisha Barba bekommt eine Nachricht von Cate, einer Schulfreundin, zu der sie einige Jahre keinen Kontakt hatte. Sie bittet die Polizistin, zum Ehemaligentreffen zu kommen, weil sie ihr etwas erzählen wolle. Dort erzählt die Schwangere, dass jemand ihr ihr Kind wegnehmen wolle und sie Angst um ihr Leben habe. Kurz darauf ist Cate tot, sie und ihr Mann sind vor Alishas Augen überfahren worden. Zunächst scheint es sich um einen Unfall zu handeln, doch dann stellt sich heraus, dass die Schwangerschaft nur vorgetäuscht war.

Alisha ermittelt auf eigene Faust und findet heraus, dass Cate eine Leihmutter hatte. Sie versucht, sie zu finden. Ihr Weg führt nach Amsterdam, wo sie eine Verbindung zu Menschenhändlern aufdeckt.

Die Geschichte wird konsequent aus der Perspektive Alisha Barbas geschildert und ist im Präsens geschrieben, was eine Unmittelbarkeit bewirkt, die eine Erzählung in der Vergangenheit wohl nicht hätte.

Meine Meinung:

Spannende Geschichte um ein ernstes Thema. Teilweise fand ich aber, dass die Gegensätze zwischen gut und böse einerseits zu klar abgegrenzt waren, während sie an anderen Stellen stark verwischten. Es werden zwar moralische Fragen aufgeworfen, die Antworten bleiben aber bewusst offen: Wem “gehören” die Kinder, die eine Leihmutter zur Welt gebracht hat? Welche Opfer werden gerechtfertigt, um Menschenleben zu retten? Und hat wirklich jeder Mensch ein Recht auf Kinder?

Die Liebesgeschichte hat mich nicht gestört (ich lese ja normalerweise keine Liebesromane), weil sie Alisha menschlicher machte. Auch die anderen Personen sind weitgehend glaubhaft, wenn auch manches Mal ihre Motive nicht ganz klar sind – im Zweifel sind sie finanzieller Natur, was ich ein bisschen ermüdend fand.

Insgesamt hat mir dieser Band besser gefallen als der zweite, wenn auch der erste noch unübertroffen ist. Trotzdem freue ich mich auf das vierte Buch, das auf engllisch bereits erschienen ist, das fünfte ist für nächstes Jahr angekündigt. Ich empfehle aber dringend, die Reihe chronologisch zu lesen – es ist zwar bisher jedes Mal eine andere Hauptperson, aber die Geschichten bauen dennoch aufeinander auf.

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