Aus für kostenlose Strickanleitungen?

In den USA gibt es im Internet schon lange neben kostenlosen Quellen für Strickanleitungen auch solche, für die man bezahlen muss. Ganz selbstverständlich, allerdings nur, wenn der Designer auch das Geld bekommt. In Deutschland ist das Internet im Ruf, dass es dort alles kostenlos gibt. Und anscheinend denken immer noch viele, dass etwas, das nichts kostet, auch beliebig verwendet werden kann – z. B. als Sammlung herausgegeben und verkauft werden darf. Selbst dann, wenn die Anleitung an anderer Stelle ausdrücklich kostenlos zu haben ist. Dass das jetzt nicht mehr nur noch für manche eBay-Auktionen gilt, sondern auch für andere, kann man hier nachlesen. Und hier. Anfragen scheinen für die verkauften Mustern bei den Designern vorher keine eingegangen zu sein (und das zumindest hätte ich als höflich und selbstverständlich erachtet).

Dass es für Strickmuster und -anleitungen kein Copyright geben soll, ist mir neu. Dass es Firmen gibt, die gerne mit zweierlei Maß messen, nicht. Allerdings frage ich mich schon, wie man eine Bedienungsanleitung und eine Strickanleitung miteinander vergleichen möchte. Dann schon eher den Programmiercode für ein Programm und eine Strickanleitung – bahauptet zumindest mein gesunder Menschenverstand. Ich weiß jedenfalls, wo ich in meinem Leben keine Wolle bestellen werde. Frechheit siegt? Nicht bei mir. Lest die beiden Beiträge bei der Wollschnegge und Von Stroh zu Gold – wenn solche Praktiken überhand nehmen, könnte das das Aus für kostenlose Strickanleitungen bedeuten.

Darauf gestoßen bin ich über Allerlei Strickerei.

Nachtrag:

Bitte seht Euch mal Kommentar 43 und als Antwort darauf Kommentar 49 hier an. Besser hätte ich es auch nicht sagen können. Gut, Abmahnungen könnte man als Geißel des Internets bezeichnen, aber an meiner Grundeinstellung ändert das nichts.

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