Roderick Anscombe: Verschwunden

Danielle, ein neunjähriges Mädchen, soll nur kurz Kaffee holen. Als sie nicht zurückkommt, informieren die Mitarbeiterinnen der Sozialstation die Polizei. Eine Obdachlose hat das Geschehen vermutlich beobachtet. Da sie paranoid ist, wird der Psychiater Doctor Lucas hinzugezogen, dessen Frau die Sozialstation leitet. Er schafft es, ihr Vertrauen zu gewinnen und bekommt von ihr wichtige Informationen. Als daraufhin ein Verdächtiger vernommen wird, hat dieser jedoch ein Alibi, obwohl er in der Nähe des Tatortes war. Die Zeit drängt, denn wegen der herrschenden Hitzewelle wird Danielle die Nacht vermutlich nicht überleben. Auch ein neuer Verdächtiger hat ein Alibi. Lucas’ Frau drängt den Psychiater, der die Polizei bei ihren Ermittlungen unterstützt, zu drastischeren Mitteln zu greifen.

Zunächst einmal wünsche ich mir immer wieder, dass Teile einer Serie als solche eindeutig gekennzeichnet werden. Am liebsten mit großen, blinkenden Leuchtbuchstaben. Dann könnte ich es vermeiden, den zweiten Teil als erstes zu lesen und die Reihenfolge einhalten, was ich nämlich tatsächlich gerne mache.

Ansonsten habe ich an diesem Thriller herzlich wenig auszusetzen: Eine spannende Geschichte um eine Entführung, ein straffer zeitlicher Rahmen (im Prinzip spielt die Geschichte innerhalb von 24 Stunden), Personen, die tatsächlich überwiegend nicht an Schwarz-Weiß-Malerei erinnern. Doctor Lucas ringt mit sich selbst, seine Prinzipien und seine Berufsehre sind ihm sehr wichtig. Dennoch verhält er sich zunehmend anders, als er es selbst von sich erwarten würde. Einerseits versucht er, seine Ehe zu retten, die nach einem Unfall, bei dem ihr Sohn gestorben ist, kurz vor dem Scheitern steht. Außerdem will er das Mädchen retten. Andererseits hat er Angst, dass er nie wieder den einmal eingeschlagenen Weg verlassen können wird.

Neben seinen Gewissenskonflikten steht die Ermittlungsarbeit im Vordergrund. Doctor Lucas ist ein Experte auf dem Gebiet der Vernehmungen, wenn er auch aktuell nicht in diesem Bereich arbeitet. So nehmen auch die Zeugenbefragungen und Doctor Lucas’ Einschätzungen derselben viel Raum ein. Ein wirklich interessanter Ansatz. Ich bin auf jeden Fall neugierig geworden auf den ersten Teil, “Hinterhältig”. Ob ich den allerdings lesen werde, weiß ich nicht – schließlich weiß ich ja schon, wie es weitergeht.

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3 Antworten zu “Roderick Anscombe: Verschwunden”

  1. Marcella sagt:

    Dieses Buch ist ziemlich spannend und wenn man einmal angefangen hat kann man gar nicht mehr aufhören darin zu lesen. Das Buch fesselt den Leser Förmlich und man kann den Druck unter dem die Polizei und die Ermittler stehen fast schon am lebendigen Leibe mitspüren.
    Dieses Buch ist ein Psychothriller einer ganz besonderen Art.

  2. KK 184: Roderick Anscombe - Verschwunden | Krimikiste sagt:

    [...] eigenen Podcast produziert. ++ Kommentare bei Eselsohren, Hallo Buch, Roter Dorn, Fantasyguide, Asamandra und der Büchereule. ++    Krimikiste #184 [4:56m]: Play Now | Play in Popup | [...]

  3. julia sagt:

    das mädchen ist nicht neun so wie es hier steht das mädchen ist acht ´.