Schreiben der Deutschen Stiftung Organtransplantation

In Absprache mit Sandras Familie und Georg poste ich das Schreiben der DSO:

Sehr geehrter Herr Schwabe,

obwohl wir uns nicht kennengelernt haben, treten wir dennoch in der sehr persönlichen Angelegenheit des Todes Ihrer Tochter an Sie heran

Im Falle eines Hirntodes ist es Aufgabe des Krankenhauses, sich mit uns in Verbindung zu setzen, da wir gesetzlich dazu beauftragt sind, den Prozess der Organentnahme und Organvermittlung zu koordinieren. Uns wurde von den behandlenden Ärzten im Helios Klinikum Krefeld mitgeteilt, dass Sie damit einverstanden sind, von der Verwendung der entnommenen Organe in Kenntnis gesetzt zu werden.

Wir wenden uns heute mit diesem Brief an Sie, um Ihnen über die Operation und die erfolgreiche Organübertragung zu berichten. Wir hoffen, dass unser Brief Ihnen Trost und eine Bestätigung der Entscheidung im Sinne Ihrer verstorbenen Tochter sind.

Aufgrund der erhobenen Untersuchungsbefunde kamen das Herz, die Nieren und die Leber für eine Transplantation in Betracht.

Daher erfolgte schließlich die Operation zur Entnahme dieser Organe, die selbstverständlich nach den Regeln der ärztlichen Kund und mit aller gebotenen Sorgfalt und Würde durchgeführt wurde.

Das Herz konnte einem 16jährigen Patienten mit restrickiver Kardiomyopathie, einer Erkrankung des Herzmuskels, transplantiert werden, der seit Mai 2009 gelistet war. Bei gutem Verlauf befindet sich der Patient noch in stationärer Behandlung

Die linke Niere wurde einem 50jährigen Patienten transplantiert, der in Folge einer chronischen Entzündung des Nierengewebes seit April 2004 dialysepflichtig war. Dem Patienten geht es bei stetig besseren Laborwerten gut, er benötigt keine Dialyse mehr.

Die rechte Niere konnte einem 49jährigen Patienten mit enzündlicher Schädigung des Nierengewebes transplantiert werden. Dieser wartete seit fast 7 Jahren auf eine Spenderniere. Der Patient befindet sich nach der Transplantation in guter Verfassung, die Niere funktioniert sehr gut.

Die Leber erhielt ein 53jähriger Patient, der bereits im März 2009 vortransplantiert war. Dem Patienten geht es ebenfalls gut, die Leber funktioniert einwandfrei und der Patient konnte wenige Tage nach der Transplantation die Intensivstation verlassen.

Noch einmal möchten wir Ihnen – im Andenken an ihre Tochter – ganz herzlich danken und unser Beileid aussprechen.

Für Ihre Entscheidung, kranken Menschen zu helfen, gerade in dieser für Sie sehr schmerzhaften Situation, verdienen Sie unsere Hochachtung (Anmerkung von Andrea: Sandra war Organspenderin, das war natürlich ihre eigene Entscheidung.)

Mit dieser Entscheidung für eine Organspende konnte anderen Menschen ein ganz besonderes Geschenk gemacht werden. Ihre Tochter bleibt damit diesen Menschen, auch wenn sie sie nicht persönlich kannten, sicher ein Leben lang als besonderer Mensch in Erinnerung.
Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie zukünftig alles Gute.

Wenn Sie weiterin Kontakt wünschen, für Gespräche oder Rückfragen, sind wir sehr gerne für Sie da.

Mit freundlichen Grüßen

Deutesche Stiftung Organtransplantation

2 Antworten zu “Schreiben der Deutschen Stiftung Organtransplantation”

  1. Katrin / tm sagt:

    Hallo,
    vielen Dank für das Veröffentlichen des Briefes. Die Details zeigen so sehr, wie richtig Sandras Entscheidung war.
    Für mich ist dies ein Anreiz gewesen mich mit dem Thema intensiv auseinander zu setzen.
    LG Katrin

  2. JotPe sagt:

    Hi. Ich sehe das wie Katrin. Es war gut, diesen Brief zu Veröffentlichen. Ich finde, es kann wirklich trost spenden, auch wenn es hier nur um die übrig-gebliebende “Hardware” eines Menschen geht. Mir war zuvor nie bewußt, wie sehr dies anderen Mensche helfen kann.

    Grüße
    Jochen