Herbstluft

Unglaublich. Gerade habe ich noch zwei Mettenden für Georg und zwei Zucchini für mich gekauft (heute Abend gibt es Reste hiervon, für Georg dazu extra gekocht die Mettenden, morgen Lasagne, für mich vegetarisch mit Zucchini).

Aber um mein Essen geht es hier gar nicht. Die Luft war einfach unbeschreiblich – wie Samt, warm und weich und würzig durch die Blätter, die die Kastanien gerade mit aller Macht auf den Boden werfen. Sofort hatte ich die verschiedensten Kindheitserinnerungen parat – schließlich habe ich mehrere Jahre direkt am Teutoburger Wald gelebt, und das ganze Jahr über waren wir immer wieder im Wald unterwegs.

Ich erinnere mich an den Ausflug im Oktober, als meine jüngste Schwester gerade erst geboren war: Meine Mutter lag noch im Krankenhaus, und mein Vater war für die Kleidung zuständig, die wir anhatten. Direkt nach der Schule haben wir Mutter und Schwester besucht – und nach einer Beschwerde bei ersterer hat sie meinem Vater erstmal erklärt, wie Kinder im Herbst idealerweise angezogen werden, wenn es morgens kaum über 10°C ist, mittags aber noch um 20°C erreicht werden, im Zwiebellook nämlich – und nicht mit Unterhemd, Winterpulli und dicker Jacke. ;)

Der Ausflug war klasse, aber so viel habe ich vorher und nachher nie geschwitzt…

Oder die Sonntagsnachmittagsspaziergänge mit der ganzen Familie. Und ich mit meinen Rollschuhen habe mehr auf dem Po gesessen, als dass ich vorwärts kam. Entsprechend bockig war ich dann auch. Danach blieben die Rollschuhe zu Hause. ;)

Die selbstgebastelten Kastanientiere. Direkt um die beiden Neubauten (in einem davon haben wir gewohnt) standen große, alte Kastanien und einige Eichen. Ich glaube, ein paar der Tiere haben ihren Weg zurück in die Natur erst kurz vor Weihnachten gefunden. (Und ich gestehe: Ich habe Rosskastanien probiert. Der Unterschied zu Esskastanien wurde mir erst klar, als ich älter war.)

Laubhaufen, die wunderbar rascheln, wenn man hindurchläuft oder reinspringt und die Blätter hochwirft. (Dass darin Spinnen leben könnten, ist mir zum Glück auch erst später aufgegangen – diese Phobie habe ich schon ewig…)

Herbstluft hat so etwas Unbeschreibliches, Gedämpftes. Fehlt nur noch der Frühnebel, aber erfahrungsgemäß muss ich darauf nicht mehr lange warten – schließlich lebe ich jetzt am Niederrhein. Habe ich schon erwähnt, dass der Herbst meine liebste Jahreszeit ist? (Mal abgesehen vom Winter, aber nur in Verbindung mit Schnee, und den bekomme ich hier meistens nur als Matsch auf den Straßen zu sehen.)

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