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Kim Harrison: Blutspur

Mittwoch, 28. Januar 2009

Das 2006 zuerst auf deutsch erschienene Buch “Blutspur” von Kim Harrison ist der Auftakt zu einer Reihe. (Die wie vielte Reihe für mich? Ich habe keine Ahnung, wahrscheinlich die zweitausendste. ;) ) Vor kurzem ist die neue Auflage erschienen, also wundert Euch nicht, wenn bei Amazon und Co. etwas von 2008 erschienen steht – Blutspur ist Band 1!

Rachel Morgan lebt in Cincinatti. Sie arbeitet für eine Regierungsbehörde. Allerdings ist das alles ein bisschen anders, als man sich das jetzt vorstellen könnte – Jahre zuvor hat nämlich ein Virus, durch Gentechnik hervorgerufen, weite Teile der Menschheit ausgelöscht, und so kam ans Licht, dass seit Jahrhunderten andere Wesen unter ihnen lebten. Vor allem Hexen und Vampire, aber auch Gestaltwandler und Tierwesen, und Fairies und Pixies gibt es auch. Rachel ist eine Hexe, eine Erdhexe, die vor schwarzer Magier zurückschreckt. Seit geraumer Zeit scheint es ihr, als habe ihr Chef sie auf dem Kieker, und so beschließt sie eines Nachts, die FIB (Federal Inderlander Bureau) zu verlassen und zu kündigen. Iviy, eine Vampirin, und Jenks, ein Pixie, beschließen mit ihr zu gehen. Leider kann nur Ivy sich freikaufen, und so beginnt für Rachel das Spießrutenlaufen schon bevor sie ihren Schreibtisch geräumt hat. Das FIB verlässt man nämlich nur dann lebend, wenn man sich freikaufen kann (es sei denn, man ist tot, ein Fairie oder ein Pixie, die freie Mitarbeiter sind).

Ihre Wohnung ist gekündigt, ihr Geld limitiert, und so muss sie sich schnell etwas einfallen lassen, mit dem sie sich freikaufen kann. Sie beschließt, einem einflussreichen Bürger und Abgeordneten nachzuweisen, dass er mit Drogen handelt. Doch das ist leichter gesagt als getan, und so gerät sie immer mehr in Gefahr, denn auch er hat Mittel und Wege, sie aus dem Weg zu schaffen.

Ich fand das Buch klasse. Klar, viele dieser Aufhänger und Hintergründe hat man irgendwo schon mal gelesen, und ein bisschen nervig fand ich auch, dass Rachel anscheinend gar nicht dazulernt, was ihren Feldzug gegen Trent angeht. Und auch die Spannung zwischen Ivy und Rachel erscheint irgendwann einfach nur als Klischee, wenn sie auf der nächsten Seite dann wieder einträchtig nebeneinander sitzen und Pläne aushecken.

Aber die Geschichte konnte mich fesseln, ich habe zwischendurch immer wieder lachen müssen, konnte mitfiebern und mich fragen, wie Rachel da wohl jemals wieder rauskommen würde. Ich freue mich schon auf die Fortsetzungen, auch wenn ich sie natürlich noch nicht hier habe.

Marie Brennan: “Doppelgänger”

Donnerstag, 09. Oktober 2008

Klappentext:

Immer, wenn eine Hexe geboren wird, entsteht zugleich ein Doppelgänger. Dieser “Zwilling” muss getötet werden, damit die Hexe ihre Kräfte beherrschen lernt. Doch was geschieht, wenn der Doppelgänger überlebt? Mirage ist eine Kopfgeldjägerin. Sie lebt von ihren tödlichen Kampfkünsten. Niemals verfehlt sie ihr Ziel … und ihr nächstes Ziel ist eine Hexe. Miryo ist diese Hexe. Sie hat ihre Aufnahmeprüfung nicht bestanden. Sie weiß nun, dass es jemanden geben muss, der so aussieht wie sie – so ist wie sie: Mirage. Ihr bleibt keine andere Wahl: Sie muss ihre Jägerin jagen. Und vernichten.

Inhalt:

Mirage hat Reflexe wie keine zweite. Niemand konnte und kann mit ihr mithalten, nicht während ihrer Ausbildung, nicht jetzt, als sie einen Auftrag annimmt, zusammen mit ihrem besten Freund Eclipse. Sie soll den Mörder einer Hexe finden, und am besten seine Auftraggeber gleich mit. Durch ihre roten Haare wird sie oft selbst für eine Hexe gehalten – aber damit will sie nichts zu tun haben. Ihre Auftraggeber gehören selbst zu den Hexen – eine schwierige Situation für sie.

Miryo hat sich in den letzten 25 Jahren auf diesen Tag vorbereitet: Ihre Prüfung, nach der sie entweder eine Hexe oder eine Base – oder tot sein wird. Doch plötzlich stellt sie fest, dass sie ihre Kräfte nicht kontrollieren kann – und das ist extrem gefährlich. Sie erfährt, dass es irgendwo eine Doppelgängerin gibt, die sie töten muss, um die Gefahr für alle zu bannen. So macht sie sich auf die Suche.

Die beiden begegnen sich schließlich und finden die Idee, dass eine von ihnen sterben muss, gar nicht gut. Gemeinsam machen sie sich gegen alle Widerstände auf die Suche nach einem Weg, wie beide überleben können.

Meine Meinung:

Die Geschichte der beiden jungen Frauen, die sich suchen und finden, um damit vor ganz neue Schwierigkeiten gestellt zu werden, ist sicher keine brandneue Idee. Die Umsetzung ist aber wirklich gelungen – Marie Brennan hat eine Welt erschaffen, in der es Magie gibt, die aber streng kontrolliert wird. Mit dieser Magie einher gehen Glaubensvorstellungen, die seit Jahrhunderten überliefert werden. Beides ist gut durchdacht. Die Personen sind weitgehend glaubwürdig, die Konflikte unter den Hexen scheinen zunächst etwas undurchsichtig, werden aber nach und nach klarer.

Viele Begriffe erscheinen zunächst fremd, werden zum großen Teil aber im Glossar kurz erläutert und im Verlauf der Geschichte dann klarer. Die Basen z. B. waren ursprünglich Hexen, die die Prüfung nicht bestanden haben, bekommen aber selbst auch Kinder, die dann Basen sind.

Das Buch ist spannend, lustig und führt in eine fremde Welt. Wenn die erfahrene Mirage und die naive Miryo aufeinander treffen, scheint das Kräfteverhältnis zunächst klar – wird dann aber teilweise umgekehrt, wenn die Hexe der Jägerin die Magie zu erklären versucht. Immer wieder versuchen andere, die beiden aus dem Weg zu räumen – und immer wieder schaffen es die beiden, aus der Gefahr zu entkommen.

Die Sprache ist passend – dass beide Frauen durch ihre unterschiedliche Erziehung auch andere Floskeln verwenden, andere Ansichtsweisen haben, wird konsequent durchgehalten. Das Ende fand ich persönlich etwas abrupt, so dass ich mir den zweiten Teil auch gekauft habe. Gelesen ist er auch schon, aber man kann ihn nicht ohne dicke Spoilerwarnung rezensieren, so dass ich das in einem eigenen Beitrag machen werde.